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Rektor

Rektor Rolf Bucher zum Schuljahr 2018/19: Die Aspekte der Schulfinanzen

Rolf Bucher

«Schüler werden teurer!»
«Unsichere Zukunft für Schulausflüge.»
«Immensee: Mehr Platz für Primarschüler.»

Neben den eher seltenen Berichten über die pädagogischen Herausforderungen der Schule prägten Schlagzeilen über die Kosten zur Infrastruktur, zum Schulbetrieb und zur Schulorganisation den kantonalen und nationalen Blätterwald. Schnell läuft man in Gefahr, alles zu generalisieren und zu pauschalisieren. So lohnt es sich, einzelne Aspekte der Schulfinanzen etwas genauer anzuschauen.

Die Klassengrössen besser regulieren?

Kürzlich liess das kantonale Bildungsdepartement verlauten, dass geprüft werde, ob die Klassengrös-sen mit einem Bonus-Malus-System besser reguliert werden können. Mit Taschenrechnerübungen werden eindrückliche Durchschnittszahlen präsentiert. Doch leider bildet kein Modell mit Durchschnittsgrössen von Klassen die Realität ab. Vielmehr ist entscheidend, ob beispielsweise eine 1. Klasse uns zwingt, aufgrund der hohen Schülerzahlen eine zusätzliche Klasse zu eröffnen. Dass es in der 4. Klasse für die überzähligen Kinder noch Platz hätte, nützt in diesem Falle nichts. Genau dies aber täuschen uns kantonal errechnete Klassendurchschnitte vor. Trotzdem sei hier gesagt: Die Klassengrössen im Bezirk Küssnacht liegen über die Jahre gesehen im Durchschnitt des Kantons.

Hohes Kostenbewusstsein

Entscheidender als der Durchschnitt von Klassengrössen scheint mir aber die Steuerung der Finanzen, welche für den Schulbereich zur Verfügung stehen. Jeder Franken, der für die Bildung zur Verfügung steht, soll wertschöpfend eingesetzt werden. Dies gelingt in Küssnacht bislang sehr gut. So liegen die Aufwendungen pro Schulkind auf der Primarstufe/im Kindergarten mit Fr. 14 673.– auch im Jahr 2017 knapp unter dem kantonalen Durchschnitt von Fr. 14 980.–. Die Sekundarstufe I des Bezirks Küssnacht belegt sogar seit Jahren den Spitzenrang. Mit Fr. 18 628.– pro Jugendlicher war sie 2017 rund 17 % günstiger als der kantonale Durchschnitt aller Bezirksschulen von Fr. 22 312.–, und dies bei guten Rahmenbedingungen. Dies alles zeugt von einem hohen Kostenbewusstsein bei Lehrpersonen, Schulleitung und Schul-
behörden.

Mittel gezielt dort einsetzen, wo sie benötigt werden

Unsere Küssnachter Bevölkerung legt aber auch Wert auf eine qualitativ gute Schule. So durfte anlässlich der Abstimmung zur Schulhauserweiterung Immensee ein sehr deutliches Ja von über 82 % entgegengenommen werden. Dieses deutliche JA verpflichtet aber auch für die Zukunft. Es soll nicht überschwänglich in die Bildung investiert werden. Mittel sollen gezielt dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden. Der eingesetzte Franken soll aber wirksam sein und direkt der Schulqualität dienen.

Bundesgerichtsentscheid hat Auswirkungen

Vor einigen Monaten sorgte auch ein Bundesgerichtsentscheid für Schlagzeilen. Der Unterricht muss für die Schülerinnen und Schüler unentgeltlich sein. Dies ist ein einschneidendes Urteil, welches die Kosten für die Bildung weiter steigen lässt. Ab 2019 werden ausser für Verpflegung auf Schulausflügen und in Schulverlegungen keine Kosten mehr für die Eltern anfallen. Die Mehrauslagen für Schulreisen, Exkursionen, Projekte und Schullager von rund Fr. 300 000.– müssen damit vollumfänglich durch den Schulträger übernommen werden.
Es ist unbestritten: Schulreisen, Schulverlegungen, Exkursionen und Projekte gehören zur Schule. Können Sie sich noch an Ihre Schulzeit erinnern? Viele dieser Anlässe prägen die Schulzeit der Lernenden lebenslang. Lernen ausserhalb des Schulgebäudes in einem besonderen Setting ist höchst wertvoll und erhaltenswert. Und trotzdem lohnt es sich auch hier zu überlegen, welche Exkursion, welche Aktivität sinnvoll ist und den Lernzuwachs oder das soziale Miteinander fördert.

Investitionen in die Kinder zahlen sich später aus

Es ist auch richtig, dass für ausserordentliche Unternehmungen durchaus seitens der Klassen durch Eigenleistungen etwas erwirtschaftet werden soll – ohne dass indirekt die Eltern wiederum finanziell übermässig belastet werden. Bildung kostet. Sie muss es uns wert sein. Was heute in unsere Kinder investiert wird, zahlt sich erst in ein paar Jahrzehnten aus. Es ist nicht sofort sicht- und spürbar. Unsere Zukunft wird es uns aber danken. Und ich als Rektor danke Ihnen für Ihr Vertrauen in unsere sehr guten Bezirksschulen Küssnacht.