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Hauswart Alois Haslimann: «Ich ging jeden Tag gerne zur Arbeit»

Ende April geht Alois Haslimann in Pension. Er sorgte während 17 Jahren im Schulhaus Seematt 2 als Hauswart für Ordnung. Am meisten wird er das Lehrerteam und die Schüler vermissen. Überhaupt nicht traurig ist er darüber, dass er die Grundreinigungen nicht mehr machen muss.

Alois Haslimann absolvierte die Lehre als Schreiner und war rund 30 Jahre auf diesem Beruf tätig. Obwohl er gerne mit Holz arbeitete, wollte er noch etwas anderes in seinem Leben machen. So meldete er sich auf die Stelle des Hauswartes im Schulhaus Seematt 2. Zuerst schied er als Kandidat aus, weil er die entsprechende Ausbildung nicht vorweisen konnte. Doch das Schicksal wollte es, dass die anderen Kandidaten entweder absagten oder nicht in Frage kamen und so rutschte Haslimann nach. «Gott sei Dank», meinte er dazu und fügte an: «Ich habe den Job immer sehr gerne gemacht. Der kurze Arbeitsweg und das Einnehmen des Mittagessens zu Hause, das ist und war Lebensqualität.»
Natürlich holte er die Ausbildung zum Hauswart nach und drückte mit 50 Jahren nochmals die Schulbank. Der wöchentliche Schultag und das Lernen fielen dem Bewegungsmenschen anfänglich schwer. Doch nach und nach sei es ihm leichter gefallen und nach zwei Jahren hielt er das Zertifikat in den Händen. «Die Schule war sehr bereichernd. Ich habe dort viel gelernt», blickt er zurück.

Alois Haslimann
Hauswart Alois Haslimann vom Schulhaus Seematt 2 : «Die Kinder begegneten mir grösstenteils respektvoll und freundlich, vor allem die Kleinen.»

Grundreinigung ist Knochenarbeit     

Der grösste Teil der täglichen Arbeit eines Schulhauswartes besteht aus Reinigungsarbeiten. Hinzu kommen kleinere Reparaturarbeiten, das Besorgen von Verbrauchsmaterialien sowie das Organisieren von Handwerkern bei Arbeiten, die nicht selbst ausgeführt werden können. Als Naturmensch hätte er auch gerne die Umgebungsarbeiten übernommen, wusste aber, dass dies aus organisatorischen Gründen nicht möglich war. Jeweils am Morgen macht Alois Haslimann den Rundgang durch das Schulhaus mit seinen 20 Räumen, der Aula und den sanitären Anlagen und erledigt die nötigen Arbeiten.
Bei insgesamt 240 Schülern fällt schon einiges an. Im Seematt 2 sind zwei Kindergärten und jeweils zwei dritte, vierte, fünfte und sechste Klassen untergebracht. Zweimal in der Woche wird der Boden in jedem Schulzimmer gereinigt. In den Frühlings- und Herbstferien erfolgt jeweils die Reinigung der Fenster und in den Sommerferien steht die grosse Grundreinigung auf dem Programm. Obwohl Haslimann dabei Unterstützung erhält, sei dies eine Knochenarbeit. «Die Grundreinigungen werde ich überhaupt nicht vermissen», so der bald 65-Jährige. Ebenfalls zu seinen Aufgaben gehörte das Fahren mit dem Schulbus. Alle zwei Wochen holte er bis zu zwölf Kinder auf der Seebodenstrecke bis zum Rischberg ab und brachte sie wieder zurück.   

Werde Lehrerteam vermissen  

«Vermissen werde ich ganz sicher das Lehrerteam. Wir hatten es immer sehr gut und ich spüre, dass sie mich auch nicht gerne gehen lassen», so Haslimann. Ebenfalls vermissen wird er die Schüler, zu denen der grossgewachsene Hauswart ein gutes Verhältnis hatte. «Ich bin mit den Schülern gleich umgegangen, wie mit meinen Kindern zu Hause.» Grössere Probleme hätte es während den vergangenen 17 Jahren nicht gegeben. Dies hänge sicher auch mit dem Alter der Kinder zusammen, so Haslimann. Wenn es Beanstandungen gab, dann seien diese vor allem ordnungsbedingt gewesen, wie zum Beispiel Chaos in der Garderobe, weggeworfenes Papier oder grösserer Verschleiss von WC-Papier. Dies habe er dann jeweils in den monatlichen Sitzungen mit dem Lehrerteam angesprochen und dann habe es meist gebessert.
«Die Kinder begegneten mir grösstenteils respektvoll und freundlich, vor allem die Kleinen». Seine Grös-se und seine ruhige Art seien dabei sicher kein Nachtteil gewesen, mutmasst Haslimann. Ebenfalls ein gutes Einvernehmen hatte er mit den anderen Hauswarten im Bezirk. Diese trafen sich vier- bis fünfmal im Jahr, um sich auszutauschen und Bestellungen zu koordinieren. Ein Kränzchen windet Haslimann ebenfalls der Schulleitung für die Unterstützung und dem Ressort Infrastruktur, welches sich für die Anliegen der Hauswarte, sofern sie den finanziellen Rahmen nicht sprengten, einsetzte. 

PDF Artikel Freier Schweizer

Quelle: Freier Schweizer, Küssnacht